Wenn du dein Haus sanieren willst, um Energie zu sparen und Geld zu bekommen, dann bist du nicht allein. Im Jahr 2023 haben über 427.000 Hausbesitzer in Deutschland Fördermittel beantragt - und das ist ein Sprung von fast 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch viele scheitern nicht an der Sanierung, sondern an der Förderberatung. Die richtigen Experten zu finden, die Förderanträge richtig auszufüllen und die Kreditinstitute richtig einzubinden, ist der entscheidende Schritt. Ohne das weißt du nicht, wo du anfangen sollst. Hier ist der klare Weg, wie du die besten Energieberater und Kreditinstitute findest - und wie du wirklich Geld bekommst.
Was ist Förderberatung wirklich?
Förderberatung ist nicht einfach ein Gespräch über Dämmung oder Fenster. Es ist ein offizieller Prozess, der von der Bundesregierung geregelt wird. Das Ziel: Du bekommst staatliche Zuschüsse, um deine Heizung, Dämmung oder Fenster zu erneuern. Aber das funktioniert nur, wenn du einen Energieeffizienz-Experten einen zertifizierten Berater, der in der Dena-Liste eingetragen ist beauftragst. Diese Experten sind nicht irgendein Handwerker. Sie sind offiziell von der Deutschen Energieagentur (Dena) geprüft und müssen nach strengen Regeln arbeiten. Nur sie dürfen den sogenannten individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen - das ist dein Schlüssel zur Förderung.
Die Förderung für die Beratung selbst ist überraschend hoch: Bis zu 80 Prozent der Kosten werden vom BAFA Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, zuständig für Zuschüsse bei Einzelmaßnahmen übernommen. Für ein Einfamilienhaus zahlst du maximal 260 Euro selbst - der Rest wird dir zurückgezahlt. Und das ist nur der Anfang. Der iSFP ist die Grundlage für alle weiteren Förderungen - ohne ihn bekommst du keinen Cent von der KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau, die Darlehen mit Zinsverbilligung vergibt.
Wie findest du den richtigen Energieberater?
Nicht jeder, der "Energieberater" sagt, ist auch einer. Es gibt Tausende von Anbietern, aber nur 8.542 sind offiziell zertifiziert und in der Dena-Liste eingetragen (Stand Februar 2024). Das ist dein Filter. Gehe direkt auf die Dena-Liste - aber nicht nur, um einen Namen zu finden. Suche nach Beratern in deiner Region, die mindestens drei Jahre Erfahrung mit BAFA-Anträgen haben. Lies Bewertungen auf Plattformen wie BAFA-Förderforum.de. Dort sagen 78 Prozent der Nutzer: "Mit dem richtigen Berater war alles einfach."
Ein guter Energieberater macht dir nicht nur einen Plan. Er prüft:
- Welche Maßnahmen wirklich Förderung bringen (z. B. Heizung, Dachdämmung, Fenster)
- Ob du für eine Einzelmaßnahme oder eine Gesamtsanierung besser beraten bist
- Wie du BAFA-Zuschuss und KfW-Darlehen kombinieren kannst
- Wann du den Antrag stellen musst - vor der Beratung, nicht danach!
Vermeide Berater, die dir sofort eine Sanierung verkaufen wollen, ohne deine aktuellen Heizkosten oder dein Haus zu prüfen. Ein echter Experte fragt: "Wie viel verbraucht deine Heizung im Jahr?" und "Welche Wände sind schon gedämmt?" - nicht: "Möchtest du eine neue Fußbodenheizung?"
BAFA vs. KfW: Was passt zu dir?
Die beiden Hauptförderer, BAFA und KfW, arbeiten zusammen - aber sie sind nicht dasselbe. BAFA gibt dir Geld, das du nicht zurückzahlen musst. KfW gibt dir ein Darlehen mit niedrigen Zinsen. Die meisten Hausbesitzer nutzen beide - aber nur, wenn sie es richtig machen.
| Aspekt | BAFA | KfW |
|---|---|---|
| Art der Förderung | Zuschuss (Geld ohne Rückzahlung) | Darlehen mit Zinsverbilligung |
| Förderhöhe für Beratung | Bis zu 80 % des Honorars (max. 1.300 € bei 1-2 Wohnungen) | Nicht direkt |
| Förderhöhe für Sanierung | Bis zu 50 % der Kosten pro Maßnahme | Bis zu 30 % Tilgungszuschuss bei Gesamtsanierung |
| Kredithöhe | Nicht verfügbar | Bis zu 120.000 € pro Wohneinheit |
| Zinsverbilligung | Nein | Bis zu 10 Jahre mit 0,75 % Zinsen (bei Einkommen bis 90.000 €) |
| Voraussetzung | iSFP von Dena-Experte | iSFP + Antrag vor Baubeginn |
Wenn du nur die Heizung austauschst, ist BAFA die bessere Wahl. Wenn du dein Haus komplett sanieren willst - Dach, Wände, Fenster, Heizung - dann brauchst du den KfW-Ergänzungskredit. Die meisten erfolgreichen Sanierungen kombinieren beide: BAFA zahlt für die Beratung und die Heizung, KfW deckt die Dämmung und Fenster mit günstigen Krediten ab.
Wie du den Kredit bei deiner Bank bekommst
Deine Hausbank ist nicht irgendeine Bank. Sie muss mit der KfW zusammenarbeiten, um den Ergänzungskredit anzubieten. Nicht jede Bank macht das. Frag direkt: "Bietet ihr den KfW-Ergänzungskredit für energetische Sanierungen an?" Wenn die Antwort "Nein" ist, wechsle die Bank. Es gibt über 1.200 Banken in Deutschland, die das tun - du musst nur die richtige finden.
Wichtig: Du musst den KfW-Antrag vor der Sanierung stellen - aber erst nachdem du den iSFP vom Energieberater hast. Der Berater gibt dir die technische Projektbeschreibung (TPB) mit einer eindeutigen ID. Diese brauchst du, um den Kreditantrag zu stellen. Viele Hausbesitzer warten zu lange und verlieren die Förderung. Die Bearbeitung dauert oft 6-8 Wochen. Plane also mindestens drei Monate vor Baubeginn ein.
Ein Tipp: Gehe mit deinem Energieberater zur Bank. Manche Berater haben festgelegte Kooperationen mit Banken und können dir den Antrag vorbereiten. Das spart Zeit und reduziert Fehler - und 42 Prozent der Sanierer, die beide Förderungen nutzen, machen genau das.
Was du unbedingt vermeiden musst
Die häufigsten Fehler sind nicht technisch - sie sind strukturell.
- Fehler 1: Du holst dir erst einen Berater, nachdem du schon mit dem Handwerker angefangen hast. Das ist zu spät. Die Förderung gilt nur, wenn die Beratung vor dem ersten Baustein kommt.
- Fehler 2: Du nimmst einen Berater, der nicht in der Dena-Liste steht. Dann wird dein Antrag abgelehnt - ohne Rückmeldung.
- Fehler 3: Du glaubst, du bekommst mehr Geld, wenn du alles auf einmal sanierst. Falsch. Einzelmaßnahmen werden oft besser gefördert als große Gesamtsanierungen - besonders wenn du nur die Heizung oder Fenster tauschst.
- Fehler 4: Du ignorierst die Fristen. Der Zuwendungsbescheid von BAFA ist nur 24 Monate gültig. Danach verfällt dein Anspruch.
Und vergiss nicht: Die BAFA bearbeitet Anträge im Schnitt in 14 Wochen. Wenn du im März anträgst, bekommst du das Geld erst im Juli. Plan deine Sanierung deshalb nicht im Sommer - sondern im Winter.
Was kommt als Nächstes? (2024-2026)
Die Regierung macht es nicht einfacher - aber sie macht es besser. Ab 1. Juli 2024 steigt die Förderung für Heizungsoptimierungen um 5 Prozentpunkte. Die KfW führt bis Ende 2024 einen digitalen Antragsassistenten ein, der BAFA und KfW-Anträge automatisch verknüpft. Das wird den Prozess deutlich schneller machen.
Aber es gibt auch Risiken. Die Zahl der zertifizierten Energieberater ist mit 8.542 viel zu niedrig. Bis 2026 brauchen wir 15.000. Das bedeutet: Wer jetzt einen guten Berater findet, hat eine bessere Chance als später. Und die Komplexität steigt: Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung schrecken 31 Prozent der Hausbesitzer ab, weil sie den Prozess nicht verstehen.
Die Lösung? Du brauchst nicht alles selbst zu lernen. Du brauchst einen guten Energieberater. Der weiß, wie der Antrag läuft. Der weiß, welche Maßnahme wie viel bringt. Der weiß, wann du bei welcher Bank anrufen musst. Und der weiß, dass du nicht 20.000 Euro ausgeben musst, um 10.000 Euro Förderung zu bekommen.
Dein erster Schritt heute
Gehe jetzt zur Dena-Liste. Suche nach einem zertifizierten Energieberater in deiner Region. Kontaktiere drei von ihnen. Frage: "Wie viele BAFA-Anträge haben Sie im letzten Jahr erfolgreich abgeschlossen?" und "Können Sie mir zeigen, wie BAFA und KfW bei meinem Haus kombiniert werden?"
Warte nicht auf den nächsten Winter. Die Förderung läuft nicht ewig. Und die besten Berater sind schnell ausgebucht. Wenn du jetzt handelst, bekommst du nicht nur Geld. Du bekommst ein wärmeres, günstigeres, nachhaltigeres Zuhause - und das ohne unnötige Fehler.
Kann ich die Förderberatung auch für ein Mietshaus nutzen?
Ja, aber nur, wenn du Eigentümer bist. Mietshäuser mit drei oder mehr Wohnungen werden besonders stark gefördert. Die Förderhöhe für den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) liegt hier bis zu 1.700 Euro, und du kannst auch KfW-Darlehen für Gesamtsanierungen nutzen. Mieter können die Sanierung nicht selbst beantragen - aber sie können den Vermieter über die Fördermöglichkeiten informieren. Viele Vermieter nutzen das, weil sie die Kosten senken und die Mietstabilität erhöhen.
Was passiert, wenn ich den Sanierungsfahrplan nicht einhalte?
Wenn du die geplanten Maßnahmen nicht umsetzt oder sie nicht gemäß der technischen Projektbeschreibung (TPB) ausführst, musst du die Förderung zurückzahlen. Das gilt auch, wenn du die Arbeiten nicht innerhalb von 24 Monaten nach Erhalt des Zuwendungsbescheids abschließt. Die BAFA führt Kontrollen durch - oft mit unabhängigen Gutachtern. Deshalb ist es so wichtig, dass dein Energieberater den Plan genau abstimmt und du dich daran hältst.
Brauche ich einen Energieberater, wenn ich nur Fenster tausche?
Ja. Selbst bei einer Einzelmaßnahme wie Fenstertausch brauchst du einen zertifizierten Energieberater, um die BAFA-Förderung zu bekommen. Der Berater erstellt den iSFP, in dem er nachweist, dass die neuen Fenster energetisch sinnvoll sind - zum Beispiel durch einen Vergleich mit deinem alten Wärmeverlust. Ohne diesen Nachweis bekommst du keinen Zuschuss, egal wie gut die Fenster sind.
Wie lange dauert es, bis das Geld da ist?
Die Bearbeitungszeit für BAFA-Zuschüsse beträgt im Durchschnitt 14 Wochen. Das bedeutet: Wenn du im Januar den Antrag stellst, bekommst du das Geld erst im April. Der KfW-Kredit wird schneller ausgezahlt - meist innerhalb von 6-8 Wochen nach Genehmigung. Aber: Du bekommst das Geld erst, wenn du die Rechnung des Handwerkers einreichst. Also: Rechnungen sammeln, nicht vergessen!
Kann ich die Förderung auch für ein Haus aus dem Jahr 1900 nutzen?
Ja, aber nur, wenn es nach 1919 gebaut wurde. Gebäude vor 1919 fallen nicht unter die aktuelle Förderung. Allerdings gibt es manchmal regionale Programme, die ältere Häuser unterstützen - etwa von Kommunen oder Energieversorgern. Frag deinen Energieberater danach. Er kennt oft lokale Fördermöglichkeiten, die über das Bundesprogramm hinausgehen.