Die Klimarisiken für Immobilien bedrohen den Wert von Wohn- und Gewerbeimmobilien. Laut der Deutschen Bundesbank könnten bis zu 15 % des deutschen Immobilienbestands bis 2030 an Wert verlieren. Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hitzewellen oder Überschwemmungen häufen sich bereits jetzt - und traditionelle Bewertungsmethoden erfassen diese Gefahren nicht mehr. Doch wie genau beeinflusst der Klimawandel die Immobilienbewertung? Und was müssen Sie jetzt tun, um zukunftsfähig zu bleiben?
Die vier Hauptkategorien von Klimarisiken
Klimarisiken für Immobilien lassen sich in vier klar definierte Gruppen einteilen. Physische Risiken entstehen durch direkte Schäden von Extremwetterereignissen. Beispiel: Eine Immobilie in einer Überschwemmungszone kann durch zunehmende Starkregenereignisse irreparabel beschädigt werden. Übergangsrisiken hingegen entstehen durch regulatorische oder technologische Veränderungen, wie strengere Bauvorschriften oder CO₂-Steuer. Haftungsrisiken treten auf, wenn Eigentümer für Schäden haften, die durch mangelnde Anpassung an den Klimawandel entstehen. Und systemische Risiken betreffen ganze Märkte, etwa wenn Versicherer massive Prämiensteigerungen durchführen und der gesamte Immobilienmarkt ins Wanken gerät.
Warum traditionelle Bewertungsmethoden versagen
Bislang basierten Immobilienbewertungen oft auf historischen Daten und Standardwerten. Doch die Berlin Hyp betont in ihrem Marktbriefing: "Extremwetterereignisse häufen sich, werden immer heftiger und gefährden zunehmend Immobilien". Traditionelle Modelle berücksichtigen beispielsweise nicht, dass eine Immobilie in einer Region mit steigender Dürreanfälligkeit langfristig an Wert verliert. Selbst die Versicherungsbranche warnt: Laut Clarity.ai (2026) steigen Versicherungsprämien bis 2040 um 41 %, wodurch einige Immobilien gar nicht mehr versicherbar sind. Das bedeutet: Ein Wert von 500.000 Euro heute könnte in zehn Jahren nur noch 300.000 Euro betragen - einfach weil die Risiken nicht erkannt wurden.
Praktische Tools für die moderne Risikobewertung
Heute gibt es spezialisierte Tools, die Klimarisiken präzise messen. K.A.R.L.®-TAXO von on-geo.de analysiert beispielsweise standortbezogene Risiken und prüft, ob eine Immobilie zur EU-Taxonomie passt. Ein Nutzer auf Trustpilot beschreibt: "Die Integration von K.A.R.L.®-TAXO machte meine Bewertungen präziser, obwohl die Lernkurve steil war." Noch effizienter arbeitet das Green+ Portal von Purpose Green. Es liefert umfassende ESG-Daten, einschließlich energetischer Bewertungen nach DIN V 18599, CO₂-Bilanzen und Sanierungskosten. Auf der Plattform G2 erhalten Nutzer durchschnittlich 4,2 von 5 Sternen - besonders gelobt werden die automatische ROI-Berechnung und das Dashboard für mehrere Immobilien.
Regulatorische Änderungen: Was die EZB und EU-Taxonomie bedeuten
Ab Mitte 2026 zwingt die EZB Banken, Klimarisiken systematisch in Kreditvergaben einzubeziehen. Das nennt sich EZB-Klimafaktor. Wer keine Klimarisiken berücksichtigt, riskiert höhere Zinsen oder Kreditverweigerung. Gleichzeitig verschärft die EU-Taxonomie die Anforderungen: Nur Immobilien, die zur Klimaanpassung beitragen, gelten als "nachhaltig". Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verlangt zudem, dass alle Neubauten und Sanierungen CO₂-neutral werden. Die DGNB warnt: "Steigende Klimarisiken unterstreichen, dass der Gebäudebestand durch Anpassung und Vermeidung zukunftsfähig transformiert werden muss" - sonst drohen Entwertungen.
Praktische Schritte zur Anpassung Ihrer Bewertung
Wie starten Sie konkret? Zuerst prüfen Sie den energetischen IST-Zustand Ihrer Immobilie. Das zeigt, ob Sanierungen notwendig sind - etwa für bessere Isolierung oder Wärmedämmung. Purpose Green bietet mit dem Energy Light Report eine detaillierte Analyse: Er umfasst Maßnahmenempfehlungen, Fördermöglichkeiten und eine Prognose der CO₂-Steuerentwicklung für die nächsten 10 Jahre. Die DGNB-Akademie schult zudem Fachleute in wissenschaftlichen Gefahrenbewertungen. Wichtig: Der Prozess dauert typischerweise 3-6 Monate, wie die Berlin Hyp bestätigt. Doch der ROI-Rechner im Green+ Portal berechnet sofort, wie sich Sanierungen auf den Wert auswirken. Für ältere Bestandsimmobilien ist das besonders kritisch - viele Nutzer berichten auf Reddit, dass sie bei der Datensammlung anfangs Schwierigkeiten hatten.
Zukunftsaussichten: Wer profitiert, wer verliert
Die Marktprognosen sind eindeutig. Laut Clarity.ai (2026) erzielen klimaresistente Immobilien bis zu 12 % Aufschlag, während anfällige Objekte ab 2028 mit Wertverlusten von bis zu 20 % rechnen müssen. Der globale Markt für ESG-Compliance-Tools wächst von 2,8 Milliarden Euro (2026) auf 5,3 Milliarden bis 2028. Die Deutsche Bundesbank prognostiziert: Wer heute nicht anpasst, riskiert langfristig hohe Verluste. Institutionelle Investoren sind bereits wachsam - 78 % in Deutschland integrieren Klimarisiken bis 2026 in ihre Entscheidungen, verglichen mit 42 % im Jahr 2023. Das bedeutet: Nur Immobilien mit klarer Klimastrategie bleiben attraktiv für Käufer und Kreditgeber.
Was sind physische Risiken für Immobilien?
Physische Risiken entstehen durch direkte Schäden von Extremwetterereignissen wie Überschwemmungen, Bränden, Stürmen oder Hitzewellen. Eine Immobilie in einer Flussnähe kann durch zunehmende Starkregenereignisse irreparabel beschädigt werden. Laut der Berlin Hyp häufen sich solche Ereignisse und werden heftiger, was traditionelle Bewertungsmethoden nicht ausreichend berücksichtigen.
Wie beeinflusst die EZB-Klimafaktor-Einführung Kreditvergaben?
Ab Mitte 2026 muss die EZB Klimarisiken systematisch in Kreditvergabeprozesse einbeziehen. Banken prüfen nun explizit, wie Immobilien auf Klimarisiken vorbereitet sind. Eine Immobilie ohne Sanierungsplan oder in einer Hochrisikozone erhält höhere Zinsen oder wird gar nicht finanziert. Dies zwingt Eigentümer, proaktiv Risiken zu mindern - sonst droht der Verlust der Finanzierungsmöglichkeit.
Warum sind ESG-Daten für die Bewertung wichtig?
ESG-Daten (Umwelt, Soziales, Governance) liefern konkrete Zahlen zu CO₂-Emissionen, Energieeffizienz und regulatorischen Compliance. Ohne diese Daten können Risiken nicht objektiv gemessen werden. Das Green+ Portal von Purpose Green kombiniert beispielsweise DIN V 18599-Bewertungen mit CO₂-Bilanzen und Sanierungskosten. Nur so lässt sich der langfristige Wert einer Immobilie realistisch einschätzen.
Wie hoch sind die Versicherungskosten für klimasensible Immobilien?
Laut Clarity.ai (2026) steigen Versicherungsprämien bis 2040 um 41 % - besonders in Regionen mit hohem Überschwemmungs- oder Brandrisiko. In einigen Fällen werden Immobilien gar nicht mehr versicherbar. Ein Haus in einer Hochwassergefahrzone kann doppelt so hohe Prämien haben wie ein vergleichbares Objekt in sicherer Lage. Das macht Klimarisiken zur finanziellen Belastung, die in der Bewertung unbedingt berücksichtigt werden muss.
Kann ich alte Immobilien trotz Klimarisiken sanieren?
Ja, aber die Sanierung muss strategisch geplant sein. Der energetische IST-Zustand nach DIN V 18599 zeigt, welche Maßnahmen sinnvoll sind - etwa Dachdämmung, Fensteraustausch oder Solaranlagen. Purpose Green berechnet automatisch ROI und Fördermöglichkeiten. Die DGNB betont: "Der IST-Zustand liefert entscheidende Informationen, ob Sanierungen notwendig oder sinnvoll sind". Selbst bei älteren Gebäuden lohnt sich die Investition, denn klimaresistente Objekte erzielen langfristig höhere Werte.
Kristine Melin
15% Wertverlust ist nur eine Schätzung, keine Gewissheit.
Februar 4, 2026 AT 11:51