Badrenovierung Schritt für Schritt: Der vollständige Leitfaden für Ihr neues Badezimmer
19 Januar 2026 0 Kommentare Lisa Madlberger

Badrenovierung Schritt für Schritt: Der vollständige Leitfaden für Ihr neues Badezimmer

Ein altes, undichtes Badezimmer mit schimmeligen Fugen und veralteter Technik? Sie sind nicht allein. Jeder siebte deutsche Haushalt plant in den nächsten zwei Jahren eine Badrenovierung. Doch viele unterschätzen, wie viel Arbeit wirklich dahintersteckt. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Plan und den richtigen Schritten wird es kein Chaos, sondern ein neues, funktionales und wunderschönes Bad. Hier ist der komplette Leitfaden - von der ersten Idee bis zum letzten Handgriff.

Planen Sie vor dem ersten Schlag

Bevor Sie einen Hammer ansetzen, brauchen Sie einen klaren Plan. Die meisten Kostenfallen entstehen nicht durch teure Materialien, sondern durch falsche Planung. Beginnen Sie mit einer klaren Frage: Was will ich wirklich? Soll es nur moderner aussehen, oder muss das Bad barrierefrei, wassersparend und langlebig werden? Laut Geberit entscheiden sich 61 % der Renovierer für Feinsteinzeug - es ist robust, leicht zu reinigen und bleibt jahrelang schön. Naturstein sieht edel aus, aber er braucht mehr Pflege und kostet deutlich mehr.

Messen Sie genau. Notieren Sie sich alle Abmessungen: Breite, Höhe, Tiefe, Abstände zu Fenstern, Türen, Heizkörpern. Zeichnen Sie einen einfachen Grundriss. Nutzen Sie kostenlose Online-Tools von OBI oder Hornbach - sie erlauben es Ihnen, Ihre Wünsche in 3D zu visualisieren. So sehen Sie schon vorher, ob die neue Dusche zu nah an der Tür steht oder der Waschtisch den Durchgang blockiert.

Entscheiden Sie, was Sie selbst machen können und was ein Profi übernehmen muss. Elektrik und Wasserinstallation sind kein Heimwerkerjob, wenn Sie keine Erfahrung haben. Ein falsch verlegtes Rohr kann später Tausende Euro Schaden verursachen. Laut Duschkraft.de: „Wenn Sie noch nie mit Hausinstallationen gearbeitet haben, holen Sie sich einen Elektriker oder Installateur.“

Abriss: Alles raus, bis auf den Boden

Jetzt wird’s körperlich. Räumen Sie das Bad komplett aus. Entfernen Sie alles: Waschtisch, WC, Badewanne, Spiegel, Handtuchhalter, Beleuchtung. Legen Sie eine Plastikfolie auf den Boden, damit der Staub nicht ins ganze Haus zieht. Kleben Sie Türen und Fenster mit Klebeband ab.

Der schwierigste Teil: die Fliesen. Mit einem Hammer und Meißel geht es - aber langsam. Beginnen Sie oben an der Wand und arbeiten Sie sich nach unten. Ein elektrischer Bohrhammer mit Fliesenabzieher macht die Arbeit schneller, aber auch lauter und staubiger. Achten Sie darauf, nicht die Rohre zu treffen. Wo die Fliesen abgefallen sind, sehen Sie, ob die Unterlage noch fest ist oder ob Feuchtigkeit darunter gewütet hat.

Wenn Sie alte Dämmung hinter den Fliesen finden: Kein Hammer! Nutzen Sie eine Stichsäge, um die Platten vorsichtig herauszuschneiden. Alte Dämmung kann Asbest enthalten - und das ist gefährlich. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie eine Probe analysieren. Die Kosten von 50-100 Euro sparen Ihnen später Tausende an Sanierungskosten.

Rohre und Leitungen: Die unsichtbare Grundlage

Jetzt kommt die Technik. Die alten Wasser- und Abwasserleitungen werden entfernt. Kupferrohre werden mit einer Rohrschere durchgeschnitten, die Enden entgratet. Neue Rohre aus PEX oder Kupfer werden verlegt. Wichtig: Alle Verbindungen müssen dicht sein. Bei Kupferrohren werden die Enden mit einem Presswerkzeug verschweißt - das braucht Spezialwerkzeug. Wer das nicht hat, sollte einen Installateur ranlassen.

Die Abwasserleitungen müssen eine Mindestneigung von 2 % haben, damit das Wasser gut abfließt. Das heißt: Pro Meter Länge sinkt das Rohr mindestens 2 Zentimeter. Messen Sie das mit einer Wasserwaage. Wenn die Neigung nicht stimmt, staut sich Wasser - und Schimmel kommt.

Auch die Elektroleitungen werden neu verlegt. Dusche, Waschtisch, Heizung - alle Geräte brauchen eigene Stromkreise. Die Steckdosen müssen mindestens 60 Zentimeter vom Becken oder der Dusche entfernt sein. Die Leitungen werden in Nuten in der Wand oder im Boden verlegt und mit Putz überzogen. Ein Elektriker prüft danach, ob alles nach VDE-Norm funktioniert.

Vorwandelemente: Die Basis für die neuen Wände

Vor der Verfliesung kommt die Unterlage. Moderne Bäder nutzen oft Trockenbauwände mit speziellen Bauplatten. Diese sind wasserfest und stabil. Die Platten werden auf ein Ständerwerk geschraubt. Wichtig: Die Fugen zwischen den Platten dürfen nicht direkt übereinander liegen. Sie müssen versetzt sein - das nennt man Fugenversatz. So wird die Wand stabiler.

Die Abstände zwischen den Schrauben dürfen nicht mehr als 25 Zentimeter betragen. An Stellen, wo später die Armaturen montiert werden, müssen Sie Aussparungen vorbereiten. Die Öffnung für das Rohr muss 5-10 Millimeter größer sein als das Rohr selbst. Nutzen Sie eine Lochsäge. Wenn der Boden uneben ist, setzen Sie kleine Mörtelbatzen (maximal 30 Zentimeter Abstand) auf die Rückseite der Platte, um sie auszurichten.

Jetzt kommt die Abdichtung. Alle Fugen, Schraubenköpfe und Übergänge werden mit einer zweikomponentigen Spachtelmasse lückenlos überstrichen. Das ist kein „kann man machen“ - das ist ein Muss. Ohne diese Abdichtung dringt Feuchtigkeit in die Wand und zerstört sie von innen. Lassen Sie die Masse mindestens 24 Stunden trocknen, bevor Sie weitermachen.

Fachmann verlegt eine wasserundurchlässige Abdichtung an einer Trockenbauwand mit Spachtelmasse.

Boden und Fußbodenheizung: Der Untergrund fürs neue Bad

Der Boden ist der Grundpfeiler. Wenn er nicht richtig vorbereitet ist, reißen später die Fliesen. Der Untergrund muss waagerecht, fest und trocken sein. Bei Betonböden wird eine Ausgleichsschicht aufgetragen. Bei Holzböden wird eine Holzspanplatte mit wasserfestem Kleber verklebt.

Wenn Sie eine Fußbodenheizung einbauen wollen: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Die Heizmatten oder Rohre werden auf den Boden gelegt, dann mit einer Schutzschicht aus Leichtbeton oder Gips überzogen. Danach muss wieder getrocknet werden - bis zu 14 Tage. Keine Eile! Wenn die Heizung nass verfliesen wird, kann sie beschädigt werden.

Wichtig: Die Heizung muss mit einem Thermostat verbunden sein, das die Temperatur regelt. Sonst wird das Bad zu heiß - und die Energiekosten steigen.

Fliesen verlegen: Der optische Höhepunkt

Jetzt wird’s schön. Große Fliesen (60 x 60 cm oder größer) sind der Trend - sie machen den Raum größer wirken und haben weniger Fugen, die sich mit Schmutz füllen. Verwenden Sie einen hochwertigen Fliesenkleber, der für Nassräume geeignet ist. Rühren Sie ihn nicht zu dünn an - er muss dick genug sein, um Unebenheiten auszugleichen.

Beginnen Sie in der Mitte des Raumes, nicht an der Wand. Legen Sie die erste Fliese mit einem Kreuzabstandhalter (2-4 mm) ab. Arbeiten Sie sich dann in alle Richtungen vor. Nutzen Sie eine Wasserwaage, um sicherzustellen, dass alles gerade ist. Nach 24 Stunden können Sie die Fugen verfugen. Verwenden Sie eine wasserabweisende Fugendichtmasse - nicht die billige aus dem Baumarkt. Sie hält länger und verhindert Schimmel.

Achten Sie besonders auf die Ecken und Übergänge. Dort braucht es spezielle Eckleisten oder flexible Fugen. Sonst reißt die Fuge, sobald sich das Gebäude leicht bewegt.

Sanitär und Armaturen: Das Herz des Bades

Jetzt kommen die großen Stücke: Dusche, Badewanne, Waschtisch, WC. Die Badewanne wird mit Montagekleber auf dem Boden fixiert. Der Kleber füllt kleine Unebenheiten aus und hält die Wanne sicher. Der Ablauf wird mit einem Gummidichtungsring und einer Schraube befestigt. Der Träger der Dusche wird mit Schrauben an der Wand verankert - aber nur, wenn die Wand stabil genug ist. Sonst brauchen Sie eine Wandverstärkung.

Die Armaturen sind der letzte Schliff. Die Gewinde der „Dackelfüße“ - also der Verbindungsstücke zwischen Wand und Wasserhahn - müssen siebenmal mit Hanf oder Teflonband umwickelt werden. Das ist kein Mythos. Das ist die einzige Methode, die wirklich dicht hält. Wer nur drei oder vier Umdrehungen macht, hat später ein tropfendes Ventil. Montieren Sie die Armaturen erst, nachdem die Fliesen vollständig getrocknet sind. Sonst können Sie sie nicht richtig anziehen.

Endmontage und Kontrolle: Das letzte Feintuning

Jetzt kommen die kleinen Dinge: Handtuchhalter, Spiegel, Beleuchtung, Duschvorhang, Regal. Die Beleuchtung sollte nicht nur hell, sondern auch gut verteilt sein. Nutzen Sie LED-Strips unter dem Waschtisch oder eine indirekte Deckenbeleuchtung. Das macht das Bad gemütlicher.

Prüfen Sie alles: Lassen Sie das Wasser laufen - schauen Sie, ob irgendwo tropft. Öffnen und schließen Sie die Duschtür mehrmals. Prüfen Sie, ob alle Schalter funktionieren. Testen Sie die Heizung. Stecken Sie eine Steckdose ein - funktioniert sie?

Wenn alles passt, reinigen Sie alles gründlich. Entfernen Sie Klebereste, Fliesenkleber, Staub. Dann ist Ihr Bad fertig - und es wird Ihnen viele Jahre Freude machen.

Modernes, lichtdurchflutetes Badezimmer mit großformatigen Fliesen und edlen Armaturen im fertigen Zustand.

Was kostet eine Badrenovierung?

Die Kosten liegen zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Der größte Teil - 35-40 % - geht für die Rohinstallation: Wasser, Abwasser, Elektrik. Fliesen und Sanitär machen etwa 30 % aus. Die restlichen 20-25 % sind für Möbel, Beleuchtung und Extras.

Aber Vorsicht: Viele Heimwerker vergessen die versteckten Kosten. Schimmelbeseitigung kostet im Durchschnitt 1.200 Euro extra. Wenn die Wand feucht ist, muss sie trocknen - das dauert. Und wenn die Bodenplatte nicht tragfähig ist, muss sie verstärkt werden. Planen Sie immer 10-15 % mehr Budget ein als geplant.

Wie lange dauert eine Badrenovierung?

Ein komplettes Bad braucht 10-14 Tage. Aber nicht alle Tage wird gearbeitet. Die Trocknungszeiten sind der größte Zeitfresser. Fliesenkleber braucht 24 Stunden. Fugenmasse 48 Stunden. Estrich bis zu 14 Tage. Wenn Sie das nicht einrechnen, laufen Sie in eine Zeitfalle.

Wenn Sie selbst arbeiten: Planen Sie mindestens zwei Wochen frei. Wenn Sie einen Handwerker beauftragen: Lassen Sie sich einen genauen Zeitplan geben - mit festen Terminen für jede Phase.

Was ist der häufigste Fehler?

Der größte Fehler: zu früh mit der Verfliesung beginnen. Viele denken, wenn die Fliesen drauf sind, ist alles gut. Aber wenn die Rohre undichten, die Elektrik nicht funktioniert oder die Abdichtung fehlt, dann ist alles umsonst. Die beste Regel: Alles, was unsichtbar ist, muss perfekt sein. Das, was man sieht, kann später noch schön werden.

Kann ich eine Badrenovierung selbst machen?

Ja, aber nur teilweise. Abriss, Fliesenlegen, Montage von Armaturen und Accessoires können Sie selbst erledigen. Aber Wasser- und Elektroinstallationen sollten Sie einem Fachmann überlassen. Ein falsch verlegtes Rohr oder eine falsch angeschlossene Steckdose kann zu schweren Schäden führen - und die Versicherung zahlt nicht, wenn Sie selbst gearbeitet haben.

Welche Fliesen sind fürs Bad am besten?

Feinsteinzeug ist die beste Wahl. Es ist dicht, rutschfest, widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit und leicht zu reinigen. Vermeiden Sie glatte Fliesen - sie werden bei Nässe gefährlich. Wählen Sie eine Struktur mit leichter Rauheit. Größe: 60 x 60 cm oder größer. Weniger Fugen = weniger Schimmel.

Wie lange hält ein renoviertes Bad?

Ein gut renoviertes Bad hält 15-20 Jahre. Die Fliesen und Sanitärgegenstände halten länger, aber die Abdichtung und die Rohre müssen nach 25 Jahren ausgetauscht werden. Wenn Sie wasserfeste Materialien verwenden und regelmäßig reinigen, verlängern Sie die Lebensdauer.

Was kostet es, einen Installateur zu beauftragen?

Ein Installateur verlangt zwischen 40 und 70 Euro pro Stunde. Eine komplette Rohrinstallation kostet 2.000-4.000 Euro, je nach Komplexität. Elektrik kostet 1.500-3.000 Euro. Das ist teuer, aber es verhindert teure Folgeschäden. Rechnen Sie immer mit 2-3 Tagen Arbeit für die Technik.

Soll ich eine Fußbodenheizung einbauen?

Ja, wenn Sie es sich leisten können. Eine Fußbodenheizung macht das Bad angenehmer, spart Heizkosten und verhindert Kondenswasser. Sie ist besonders sinnvoll, wenn Sie schon den Boden abtragen. Die Kosten liegen bei 1.500-3.000 Euro, aber die Investition zahlt sich in 5-7 Jahren durch niedrigere Heizkosten aus.

Was kommt als Nächstes?

Wenn Ihr Bad jetzt perfekt ist, denken Sie an die Zukunft. Installieren Sie eine wassersparende Dusche mit Durchflussbegrenzer. Das spart bis zu 50 % Wasser. Überlegen Sie, ob Sie einen Dusch-WC oder eine Smart-Toilette einbauen wollen. Beides ist heute erschwinglich und erhöht den Komfort deutlich.

Und vergessen Sie nicht: Ein gutes Bad ist kein Luxus. Es ist ein Ort der Erholung. Wenn Sie jetzt alles richtig gemacht haben, werden Sie jeden Morgen und jeden Abend daran Freude haben - und Ihr Zuhause wird wertvoller.