Warum Ihr altes Fenster mehr kostet, als Sie denken
Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Fenster, das jeden Winter wie ein offenes Fenster heizt. Nicht weil es kaputt ist, sondern weil es einfach veraltet ist. Viele Häuser in Österreich und Deutschland haben noch Fenster aus den 80er oder 90er Jahren - mit Zweifachverglasung, Luftfüllung und einem Uw-Wert von 2,8 W/(m²K). Das klingt technisch, aber es bedeutet: Für jeden Quadratmeter Fensterfläche verlieren Sie jedes Jahr so viel Wärme, als würden Sie einen Liter Heizöl pro Monat aus dem Fenster werfen. Und das bei einem durchschnittlichen Haus mit 50 Quadratmetern Fensterfläche. Das sind über 600 Euro im Jahr, die einfach in die Luft gehen. Heizöl kostet heute 0,85 Euro pro Liter - und steigt weiter. Wer jetzt nicht wechselt, zahlt doppelt: einmal für das alte Fenster, einmal für die Heizkosten, die es verursacht.
Dreifachverglasung: Was bringt sie wirklich?
Die moderne Lösung heißt Dreifachverglasung. Drei Glasscheiben, zwei Gaszwischenräume - meist mit Argon oder sogar Krypton gefüllt - und ein Uw-Wert von 0,7 W/(m²K) oder darunter. Das ist kein Marketing-Gimmick. Das ist Physik. Vergleichen Sie das mit Ihrem alten Fenster: Ein U-Wert von 2,8 gegen 0,7. Das ist eine Reduktion von über 75% Wärmeverlust. Die Folge? Weniger Heizlast, weniger Lärm, weniger Zugluft. Einige Nutzer berichten, dass ihre Heizkosten nach dem Austausch um 35% sanken - von 2.850 Euro auf 1.850 Euro pro Jahr. Das ist kein Einzelfall. Laut der TU München sind 78% der Nutzer mit Dreifachverglasung zufrieden, vor allem wegen der spürbaren Wärme und der ruhigeren Raumtemperatur. Die Luft fühlt sich nicht mehr kalt an, selbst wenn Sie direkt vor dem Fenster stehen.
Kosten: Was kostet ein neues Fenster?
Die Preise variieren stark, aber hier ist die Realität: Ein einfaches Kunststofffenster mit Zweifachverglasung kostet zwischen 250 und 630 Euro pro Stück. Mit Dreifachverglasung liegt der Preis um 80 bis 120 Euro pro Quadratmeter höher. Bei einem Standardfenster von 1,10 m x 1,40 m bedeutet das einen Aufpreis von etwa 200 Euro pro Fenster. Die Gesamtkosten inklusive Einbau liegen bei Kunststofffenstern mit Dreifachverglasung bei rund 900 Euro pro Fenster, bei Holz-Alufenstern bei über 1.200 Euro. Das klingt viel. Aber rechnen Sie mal: Bei 10 Fenstern sind das 9.000 Euro. Klingen 9.000 Euro nach einer großen Investition? Ja. Aber wenn Sie jährlich 650 Euro Heizkosten sparen, amortisiert sich das in etwa 14 Jahren. Und das ohne Förderung.
Förderung: Wie Sie bis zu 20% sparen
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zahlt bis zu 20% der Kosten für Fensteraustausch mit Dreifachverglasung zurück - vorausgesetzt, das neue Fenster hat einen Uw-Wert von 0,95 W/(m²K) oder besser. Das ist seit Anfang 2026 Standard. Wer 9.000 Euro investiert, bekommt bis zu 1.800 Euro zurück. Das senkt die Amortisationszeit von 14 auf nur noch 10 Jahre. Noch besser: Wer seine Heizung auch erneuert oder die Fassade dämmt, kann noch mehr Förderung bekommen. Ein Nutzer aus Salzburg schrieb im Januar 2026 auf HausGartenForum: „Mit BEG und der Heizungsumstellung hat sich mein Fensteraustausch nach 7 Jahren amortisiert.“ Das ist kein Traum. Das ist Realität. Die Förderung ist kein Bonus - sie ist der Grund, warum der Austausch heute sinnvoll ist.
Warum Einbau wichtiger ist als das Fenster selbst
Ein perfektes Fenster ist nutzlos, wenn es falsch eingebaut wird. Eine Studie der TU München zeigt: In 42% der Fälle ist die Abdichtung schlecht, in 28% ist das Fenster nicht richtig im Mauerwerk fixiert, in 21% stimmt der Anschluss an die Fassade nicht. Das bedeutet: Bis zu 30% der Energieeinsparung verschwindet - einfach durch schlechte Montage. Der Einbau kostet mindestens 160 Euro pro Fenster. Das ist kein Aufschlag, das ist Pflicht. Wer das selbst macht, spart zwar Geld - aber verliert Wärme, Dichtigkeit und vielleicht sogar die Garantie. Die Handwerkskammer warnt: „Fenstereinbau ist kein Heimwerkerprojekt.“ Es braucht spezielle Werkzeuge, Dichtungsmassen, Montagepläne. Und Erfahrung. Ein falsch montiertes Fenster kann sogar Schimmel fördern - weil die Luft nicht mehr richtig zirkuliert und Kondenswasser an den kalten Kanten bleibt.
Wann lohnt sich Zweifachverglasung noch?
Ja, es gibt Ausnahmen. In sehr gut gedämmten Neubauten oder bei sehr kleinen Fensterflächen bringt Dreifachverglasung kaum mehr Vorteile. Einige Fachleute auf Reddit argumentieren, dass in Passivhäusern mit kontrollierter Lüftung der Unterschied kaum messbar ist. Aber das ist der Ausnahmefall. In 95% der Bestandsgebäude - also in fast allen Häusern, die vor 2010 gebaut wurden - ist Dreifachverglasung die bessere Wahl. Zudem: Ab 2027 ist laut der neuen GEG-Novelle nur noch Fenster mit Uw-Wert unter 0,95 förderfähig. Das ist der Standard für Dreifachverglasung. Wer jetzt Zweifachverglasung einbaut, zahlt nicht nur mehr für Heizung - er verliert auch die Möglichkeit, Fördergelder zu bekommen. Und in ein paar Jahren ist er mit einem Fenster sitzen geblieben, das nicht mehr zeitgemäß ist.
Was kommt nach der Dreifachverglasung?
Die Zukunft heißt Vakuum-Isolierglas. Es ist dünner als Dreifachverglasung, aber hat ähnliche Dämmwerte. Die Firma Landglass hat 2025 erste Produkte auf den Markt gebracht. Aber: Es kostet das Dreifache bis Vierfache. Noch. Für die meisten Hausbesitzer ist das heute nicht praktikabel. Aber es zeigt: Die Technik entwickelt sich. Was heute als Standard gilt, könnte in 10 Jahren als veraltet gelten. Deshalb: Wer jetzt auf Dreifachverglasung setzt, macht nichts Falsches. Er baut nicht nur ein Fenster ein - er baut eine Zukunft ein. Eine, in der Heizkosten nicht mehr zum Budgetproblem werden, in der die Wohnung im Winter warm bleibt - ohne dass man den Thermostat aufdrehen muss.
Was Sie jetzt tun sollten
- Prüfen Sie den Uw-Wert Ihrer aktuellen Fenster. Steht er auf dem Fensterausweis? Falls nicht: Fragen Sie den Hersteller oder lassen Sie ihn von einem Fachmann messen.
- Rechnen Sie Ihre jährlichen Heizkosten aus. Teilen Sie sie durch die Fensterfläche. Dann multiplizieren Sie mit 0,85 (aktueller Heizölpreis). Das gibt Ihnen eine grobe Vorstellung, wie viel Sie verlieren.
- Suchen Sie sich drei lokale Fensterbauer. Fragen Sie nach Angeboten mit Dreifachverglasung und Uw-Wert unter 0,8. Fordern Sie eine detaillierte Aufstellung: Glas, Rahmen, Einbau, Förderung.
- Prüfen Sie die BEG-Förderung auf der BAFA-Website. Die Anträge sind online möglich - und die Bearbeitung dauert oft nur 4-6 Wochen.
- Planen Sie den Austausch für den Frühling oder Herbst. Dann ist das Wetter gut, die Handwerker sind nicht überlastet, und Sie sparen Zeit.
Die größten Fehler beim Fensteraustausch
- Einbau ohne Dichtigkeitsprüfung - das führt zu Luftzug und Kondenswasser.
- Wahl von Zweifachverglasung, weil sie „günstiger“ ist - dabei wird die Förderung verpasst und die Lebensdauer der Heizkosten verlängert.
- Ignorieren der Lüftung - nach dem Austausch muss man öfter stoßlüften, sonst entsteht Schimmel.
- Keine Garantie prüfen - ein gutes Fenster hat mindestens 10 Jahre Garantie auf Glas und Rahmen.
- Preis allein vergleichen - wer 500 Euro spart, aber 800 Euro Heizkosten mehr zahlt, verliert.
Die Wahrheit über die Amortisation
Manche sagen: „20 Jahre Amortisation? Das lohnt sich nicht.“ Aber das ist die falsche Rechnung. Die alte Rechnung ging von 0,65 Euro pro Liter Heizöl aus. Heute sind es 0,85 Euro - und steigen weiter. Wer 2026 ein Fenster mit Uw-Wert 0,7 einbaut, spart nicht nur 650 Euro im Jahr. Er spart auch Sicherheit. Er spart Stabilität. Er spart die Angst vor der nächsten Heizkostenrechnung. Und er spart CO2. Ein Fenster mit Dreifachverglasung reduziert den CO2-Ausstoß eines Hauses um bis zu 1,5 Tonnen pro Jahr. Das ist wie wenn Sie ein Auto mit 10.000 Kilometern pro Jahr nicht fahren würden. Ist das nicht mehr wert als 10 Jahre Wartezeit? Ich denke schon.
Tímea Szalkai
Wer das noch nicht macht, ist einfach nur dumm. Meine Oma hatte 1985 auch so ein Fenster und jetzt zahlt sie 1200 Euro im Jahr für Heizöl, weil sie nie was gemacht hat. Jetzt ist sie pleite. Das ist kein Rat, das ist eine Warnung.
Januar 23, 2026 AT 05:00