Küchensteckdosen und Anschlüsse: Anzahl, Höhe und Normen - Planung für moderne Küchen
6 Februar 2026 0 Kommentare Lisa Madlberger

Küchensteckdosen und Anschlüsse: Anzahl, Höhe und Normen - Planung für moderne Küchen

Fast zwei Drittel aller Haushalte in Deutschland sind mit der Anzahl der Steckdosen in ihrer Küche unzufrieden - das zeigt eine Umfrage von Test.de aus dem Jahr 2024. Doch woran liegt das? Die Antwort liegt in fehlender Planung und veralteten Normen. KüchensteckdosenElektrische Anschlüsse in Küchen, die nach Normen installiert werden müssen sind ein entscheidender Faktor für Komfort und Sicherheit. Doch wie viele braucht man, wo sollten sie platziert werden und welche Normen gelten?

Kernpunkte

  • Die DIN 18015-2:2021-10 und die RAL-RG 678-Richtlinie legen klare Regeln für Anzahl und Höhe von Küchensteckdosen fest.
  • Für kleine Küchen (unter 20 m²) sind mindestens 8 Steckdosen empfohlen, für größere Küchen bis zu 25+ Steckdosen.
  • Die optimale Höhe über Arbeitsflächen liegt bei 115 cm, unterhalb der Arbeitsplatte bei 20 cm.
  • USB-C-Steckdosen und Smart-Home-Anschlüsse sind in modernen Küchen unverzichtbar.
  • Stromkreisplanung und Abstand vom Spülbecken sind entscheidend für die Sicherheit.

Normen und Richtlinien für Küchensteckdosen

Die Planung von Küchensteckdosen folgt strengen Normen. Die zentralen Regelwerke sind die DIN 18015-2:2021-10Die DIN-Norm für elektrische Installationen in Wohngebäuden, veröffentlicht vom Deutschen Institut für Normung am 1. Oktober 2021 und die RAL-RG 678Richtlinie des Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung für Küchen-Elektroplanung. Die DIN 18015-2:2021-10 definiert die Mindestanzahl an Steckdosen basierend auf Küchengröße und Ausstattung. Die RAL-RG 678 geht detaillierter auf Ausstattungsstufen ein.

Ein häufiges Missverständnis ist, dass die DIN 18015-2 für eine 75 m² große Wohnung 47 Steckdosen vorschreibt. Das ist falsch. Das DIN klärt in einer Pressemitteilung vom 15. März 2023 auf, dass diese Zahl aufgrund einer falschen Interpretation entstanden ist. Die tatsächliche Empfehlung hängt von der individuellen Raumgestaltung ab.

Die richtige Anzahl an Steckdosen

Wie viele Steckdosen braucht Ihre Küche? Das hängt von der Größe und Ausstattung ab. Laut der DIN 18015-2:2021-10 sind für Küchen unter 20 m² mit einer Arbeitsfläche von 1,20 m und Grundausstattung (Herd, Kühlschrank, Spülmaschine) 8 Steckdosen empfohlen. Für größere Küchen mit mehr als 20 m², einer Arbeitsfläche von 2,4 m, Herd, Dunstabzugshaube, Spülmaschine, Kühlschrank und Waschmaschine werden 13 Steckdosen empfohlen.

Die RAL-RG 678-Richtlinie definiert drei Ausstattungsstufen: Mindestausstattung mit 10 Steckdosen, Standardausstattung mit 15 Steckdosen und Komfortausstattung mit 25+ Steckdosen. Der HEA-Bundesverband Elektro- und Hausgeräteindustrie e.V. empfiehlt 17 Steckdosen als Mindestanzahl (Ausstattungswert 1) und zwischen 21 und 28 für mehr Komfort.

Die ZVEI-Studie aus 2023 zeigt, dass Einfamilienhäuser durchschnittlich 7,8 Steckdosen haben, während Mietwohnungen nur 5,6 aufweisen. Das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung bewertet diese Zahlen als zu niedrig. Prof. Dr. Anja Schmidt von der TU München veröffentlichte 2023 eine Studie, die feststellt, dass 78% der Neubauten die RAL-RG 678-Empfehlungen unterschreiten. Das führt oft zu nachträglichen Erweiterungen.

Vergleich der Ausstattungsstufen nach RAL-RG 678
Ausstattungsstufe Steckdosenanzahl Geeignet für Beispiele
Mindestausstattung 10 Kleine Küchen ohne zusätzliche Geräte Grundausstattung mit Herd, Kühlschrank, Spülmaschine
Standardausstattung 15 Standardküchen mit mehr Geräten Dunstabzugshaube, Mikrowelle, Kaffeemaschine, USB-Steckdosen
Komfortausstattung 25+ Modernste Küchen mit Smart-Home-Geräten Induktionskochfeld, mehrere Ladestationen, Smart-Home-Integration
Technische Planung von Steckdosenpositionen nach DIN-Normen

Optimale Höhe und Positionierung

Die Höhe der Steckdosen ist entscheidend für die Benutzerfreundlichkeit. Die DIN 18015-3 und DIN 18040-2 regeln die Höhe. Über Arbeitsflächen sollten Steckdosen zwischen 100 cm und 130 cm über dem fertigen Fußboden liegen, mit einer bevorzugten Höhe von 115 cm. Unterhalb der Arbeitsplatte wird eine Höhe von 20 cm über dem Boden empfohlen. In barrierefreien Wohnungen sieht die DIN 18040-2 eine Höhe von 85 cm und 40 cm vor.

Stellen Sie sicher, dass Steckdosen mindestens 60 cm vom Spülbecken entfernt platziert sind (gemäß DIN VDE 0100-701). Dies verhindert Gefahren durch Wasser. Für große Geräte wie Kühlschrank oder Spülmaschine sollten separate Stromkreise vorgesehen werden. Zudem ist es wichtig, Steckdosen nicht hinter Schränken zu platzieren. Nutzer auf Hausforum.de berichten häufig von Problemen, weil Steckdosen hinter Schränken liegen und nicht zugänglich sind.

Häufige Fehler bei der Steckdosenplanung

Viele Hausbesitzer machen bei der Planung von Küchensteckdosen ähnliche Fehler. Ein typischer Fehler ist die unzureichende Berücksichtigung zukünftiger Geräte. Smart-Home-Systeme, wie intelligente Kaffeemaschinen oder IoT-Geräte, benötigen zusätzliche Anschlüsse. Die ZVEH empfiehlt in ihrer Handreichung "Elektroplanung 4.0" (Januar 2024), immer eine Reserve von mindestens 20% an Steckdosen einzuplanen. Ein weiterer Fehler ist das Platzieren von Steckdosen hinter Schränken oder in schwer zugänglichen Bereichen. Nutzer auf Hausforum.de berichten häufig, dass sie nach dem Einzug ständig Verlängerungskabel nutzen müssen, weil die Steckdosen nicht an den richtigen Stellen installiert wurden.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Stromkreisplanung. Für jeden Küchenbereich sollten separate Stromkreise vorgesehen werden. Ein Induktionskochfeld mit bis zu 7,4 kW Leistung benötigt einen eigenen 32A-Stromkreis. Das Verbinden mehrerer Hochleistungsgeräte an einem Stromkreis kann zu Überlastungen und Sicherheitsrisiken führen. Laut Elektrofachkraft.de (Stand: Juli 2024) ist es ratsam, mindestens drei separate Stromkreise für eine Standardküche zu planen: einen für das Kochfeld, einen für den Backofen und einen für die restlichen Geräte.

Moderne Küche mit USB-C-Steckdosen und intelligenten Geräten

Aktuelle Trends und Zukunftsaussichten

Der Markt für Küchensteckdosen wird von deutschen Herstellern wie GiraDeutscher Hersteller für Elektroinstallationen, Busch-JaegerHersteller von Steckdosen und Schaltern und HagerElektrotechnikhersteller mit Fokus auf Sicherheit dominiert. Diese drei Unternehmen kontrollierten 2023 gemeinsam 78% des Marktes. Ein klarer Trend ist die Integration von USB-C-SteckdosenSteckdosen mit modernen USB-C-Anschlüssen für schnelles Laden, die 2023 ein Wachstum von 34% verzeichneten.

Die DIN arbeitet an einer Überarbeitung der DIN 18015-2 mit Fokus auf Smart-Home-Anforderungen. Eine Vorabversion soll im März 2025 veröffentlicht werden. Der RAL e.V. hat im Januar 2024 eine überarbeitete Version der RAL-RG 678 veröffentlicht, die explizit Smart-Home-Geräte und Ladestationen für kleine Elektrogeräte berücksichtigt. Laut der HEA-Marktstudie "Elektroausstattung 2030" wird die empfohlene Steckdosenzahl bis 2030 um 15-20% steigen. Doch der Energieberaterverband BFE warnt vor übermäßiger Elektrifizierung, die den Energieverbrauch unnötig erhöhen könnte.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Steckdosen brauche ich in einer Küche von 15 m²?

Nach der DIN 18015-2:2021-10 sind für Küchen unter 20 m² mit einer Arbeitsfläche von 1,20 m mindestens 8 Steckdosen empfohlen. Die RAL-RG 678-Richtlinie empfiehlt jedoch für eine Standardausstattung 15 Steckdosen. Bei einer Küche von 15 m² mit modernen Geräten wie Induktionskochfeld, Spülmaschine und Smart-Home-Integration sollten Sie mindestens 15 Steckdosen planen.

Wo sollte die Steckdose über der Arbeitsplatte positioniert werden?

Die optimale Höhe für Steckdosen über Arbeitsflächen liegt bei 115 cm über dem fertigen Fußboden. Dies ermöglicht bequemes Anschließen von Geräten ohne das Herunterbücken. Achten Sie darauf, dass die Steckdose nicht durch Geräte wie Kaffeemaschine oder Toaster verdeckt wird. Mindestens zwei Steckdosen sollten frei zugänglich sein.

Sind USB-Steckdosen in der Küche notwendig?

Ja, besonders in modernen Küchen. USB-C-Steckdosen sind ideal für Ladegeräte von Smartphones, Tablets und anderen Geräten. Sie sparen Platz und reduzieren die Notwendigkeit von Adaptern. Die ZVEH empfiehlt in ihrer Handreichung "Elektroplanung 4.0" (Januar 2024), mindestens zwei USB-Steckdosen in der Küche zu installieren. Sie sind besonders praktisch in Sprechkommunikationshöhe (115 cm).

Was ist bei der Planung in barrierefreien Küchen zu beachten?

In barrierefreien Wohnungen sieht die DIN 18040-2 eine Steckdosenhöhe von 85 cm und 40 cm vor. Dies ermöglicht bequemen Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Zudem sollten Steckdosen nicht hinter Schränken platziert werden, sondern leicht zugänglich sein. Die Planung sollte in Absprache mit einem Experten erfolgen, um alle barrierefreien Anforderungen zu erfüllen.

Wie hoch sind die Kosten für eine optimale Steckdosenplanung?

Die Kosten variieren je nach Anzahl der Steckdosen und Komplexität der Planung. Für eine Standardausstattung mit 15 Steckdosen in einer 15 m² Küche liegen die Kosten typischerweise zwischen 300 und 500 Euro. Dies beinhaltet die Planung, Material und Installation durch einen Elektroinstallateur. Die Investition lohnt sich, da sie nachträgliche Umbauten vermeidet und die Sicherheit erhöht.