Doppelbesteuerung: Was sie ist und wie sie deine Finanzen trifft
Wenn du in einem Land lebst, aber Einkünfte in einem anderen hast, kann Doppelbesteuerung, die Situation, in der dasselbe Einkommen von zwei Ländern gleichzeitig besteuert wird. Auch bekannt als internationale Doppelbesteuerung, tritt sie auf, wenn keine klaren Regeln zwischen den Staaten bestehen. Das ist kein theoretisches Problem – es betrifft Tausende in Deutschland: Wer im Ausland arbeitet, eine Ferienwohnung vermietet, oder als Selbstständiger Kunden in der Schweiz, Österreich oder den USA hat, läuft Gefahr, doppelt zu zahlen.
Doppelbesteuerung entsteht oft, weil Länder ihre Steuerhoheit nach unterschiedlichen Kriterien definieren. Deutschland besteuert dich als Steuerresident, egal wo dein Geld herkommt. Andere Länder, wie die USA, besteuern dich auch dann, wenn du nicht dort lebst – nur weil du ihre Staatsbürgerschaft hast oder dort Einkünfte erzielst. Ohne ein Steuerabkommen, ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen zwei Ländern, der regelt, wer welches Einkommen besteuert zwischen diesen Staaten, bleibt dir keine Wahl: Du zahlst in beiden Ländern. Doch das muss nicht sein. Die meisten europäischen Länder und auch die USA haben solche Abkommen mit Deutschland. Sie legen fest, ob das Einkommen nur im Herkunftsland, nur im Wohnsitzland oder nach einem Schlüssel besteuert wird. Ein gutes Beispiel: Wenn du in Österreich arbeitest, aber in Deutschland wohnst, zahlt Österreich die Lohnsteuer – Deutschland nimmt das Einkommen nur zur Berechnung deines Steuersatzes, nicht zur tatsächlichen Abführung. Das ist die sogenannte Progressionsvorbehalt-Methode.
Doch nicht alle Einkünfte sind gleich. Mieteinnahmen aus einer Immobilie in Spanien? Da gilt meist das Land, wo die Immobilie steht, als besteuertes Land. Gewinne aus einem Unternehmen in der Schweiz? Da kommt es auf die Unternehmensform und deinen Einfluss an. Und wenn du als Freelancer über Plattformen wie Upwork arbeitest, kann es passieren, dass die Plattform automatisch Steuern einbehält – und dein Heimatland das dann auch noch verlangt. Das ist der Punkt, an dem viele in die Falle tappen. Sie denken: "Ich habe doch schon gezahlt." Doch ohne die richtigen Unterlagen – wie eine Steuerresidenzbescheinigung, ein offizielles Dokument, das beweist, dass du in Deutschland steuerpflichtig bist und Anspruch auf Abkommen hat – verlierst du dein Recht auf Entlastung. Diese Bescheinigung bekommst du beim Finanzamt, meist innerhalb von zwei Wochen. Sie ist dein wichtigster Schutz.
Die gute Nachricht: Doppelbesteuerung ist vermeidbar. Mit den richtigen Dokumenten, klaren Regeln und einem Blick auf die Abkommen, die Deutschland mit über 90 Ländern hat, kannst du deine Steuerlast deutlich senken. In den folgenden Artikeln findest du konkrete Fälle: Wie ein Bauunternehmer in Polen seine Lohnsteuer reduziert, warum ein Rentner mit Ferienwohnung in Italien keine deutsche Steuer zahlen muss, und wie du als Digitalnomade die Steuerlast zwischen Deutschland und Portugal aufteilst – alles mit echten Beispielen, nicht mit Theorie.
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